Am Karfreitag versammeln sich um die 100 Nazis auf dem Hof des NPD-Bauern-Opfers Joachim Nahtz im niedersächsischen Eschede. Anlass sind mehrere Hausdurchsuchungen bei und Festnahmen von Nazis aus dem Umfeld des "Aktionsbüro Mittelrhein" Mitte März diesen Jahres. Mithilfe einer Versteigerung soll Geld für die Betroffenen gesammelt werden, weshalb von angereisten Faschos mit nationalem Schrott jeglicher Art nicht gegeizt wird.
Auch aus dem Bremer Raum haben sich einige Flohmarktnazis eingefunden, die sich über die Möglichkeit der kostenlosen Sondermüllentsorgung sichtlich freuen. Darunter Andreas Hackmann und Markus Privenau aus Bremen, Nils Budig aus Ostfriesland sowie einige Nachwuchsfaschos aus Osterholz-Scharmbeck.
[ Es gab definitiv noch ein zweites Nazi-Auto aus Bremen, deshalb an dieser Stelle die Bitte an "die Quelle": bitte melde dich mal wieder bei uns! Wir werden die Info dann hier nachtragen. ]
Siehe auch:
Artikel von "blick nach rechts"
Fotos von Recherche Nord
Der völkisch-rassistische "Bund für Gotterkenntnis" ("Ludendorffer") trifft sich zu seiner jährlichen Ostertagung in Dorfmark, mehrere Anhänger der "Weltanschauungsgemeinschaft" treffen sich über das gesamte Osterwochenende in den Gaststätten "Deutsches Haus" und "Hotel zur Post". Am Karfreitag findet am Bahnhof eine antifaschistische Gegendemo statt, ca. 150 Teilnehmer_innen versuchen zum Versammlungsort der Ludendorffer zu gelangen. Nachdem es gelingt eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen wird die Demo von der Polizei gestoppt. Der Nazi Steffen Hupka greift im Verlauf der Tagung zwei Journalisten vor dem "Deutschen Haus" an, wodurch deren Equipment zerstört wird. Anwesende Polizeibeamte sehen aber keinen unmittelbaren Handlungsbedarf.
Nachdem vor einiger Zeit schon Matthias Schultz der NPD Verden den Rücken gekehrt hat, tritt nun auch der NPDler Rigolf Hennig von seinem Stadt- und Kreistagsmandat in Verden zurück. Als Grund gibt er neben gesundheitlichen Problemen an, den Platz für NPD-Nachwuchs freimachen zu wollen. Sein Mandat gibt er an den 22-jährigen Nazi Markus Walter weiter, der bereits bei den niedersächsischen Kommunalwahlen 2011 für die NPD in der Kleinstadt kandidierte.
Doch nicht nur bei der NPD Verden gibt es personellen Wechsel. Im gesamten Landesverband der NPD Niedersachsen tut sich einiges in Sachen Rücktritte, Mandate und Streitereien. Einen ausführlichen Hintergrundbericht dazu hat Recherche-Nord.
Mit einem Freispruch endet im Amtsgericht Delmenhorst ein Verfahren aus dem letzten Jahr. Einem Antifaschisten aus Bremen wurde vorgeworfen, den Delmenhorster Nazischläger Mario Müller attakiert zu haben. So jedenfalls die Sichtweise des wegen zahlreichen Gewalttaten vorbestraften Nazis. Dass dieser die Gruppe von linken Jugendlichen und zwei Sozialarbeitern aber selbst mit einer in eine Socke gewickelten Hantelmutter (laut Gericht ein selbstgebastelter Totschläger) samt Zahnschutz attakierte und ihnen erhebliche Verletzungen zufügte, verschweigt er natürlich. Fotos, die ihn bei der Aktion zeigen, lassen jedoch wenig Zweifel. Auch der Oberbürgermeister de la Lanne wird als Zeuge geführt, er hatte die Aktion aus dem Rathaus heraus beobachtet.
Der Antifaschist handelte laut Gericht in Notwehr und wird freigesprochen. Mario Müller erwartet für seinen Angriff nun noch eine Verhandlung. Abschließend sei der Anwalt des Angeklagten zitiert: "Ich war von Anfang an davon ausgegangen, dass da eine Notfalllage vorliegt und ich würde mich freuen, wenn dieser Prozess dazu führt, dass hier in Delmenhorst so ein bißchen das Klima der Angst und der Zurückhaltung gegenüber Nazis endlich durchbrochen wird. Und das auch diese merkwürdige Ideologie, das seien alles nur Jugendgruppen, die konkurrieren, wenn das endlich mal überwunden wird."
Siehe auch: Delmenhorster Altenpfleger wurde freigesprochen (Beitrag bei buten un binnen)
Über 300 Menschen demonstrieren in Delmenhorst gegen rechte Gewalt. Anlass hierfür ist der Beinahe-Mord an einen Punk, der am Rande eines Konzerts der Bremer Hooligan-Band "Kategorie C" angegriffen und lebensgefährlich verletzt wurde. Kategorie C spielte damals unter dem Namen "H.E.R.M." Akkustikversionen ihrer Lieder in der Delmenhorster Kneipe "Die Szene".
Lange Zeit gelang es den Delmenhorster Behörden, das Nazi-Problem in Delmenhorst zu verharmlosen, leugnen, und unter den Teppich zu kehren. Leider führt erst der versuchte Totschlag dazu, dass das Thema ins Visier der Öffentlichkeit gerät. Doch auch hier versucht sich der Delmenhorster Polizeichef Jörn Stilke im Abwiegeln. In einem Interview erblödet sich sogar, NazigegnerInnen zu belehren, dass zu Zivilcourage nun mal eben auch Angst gehören würde und beklagt fehlendes Vertrauen in die Delmenhorster Polizeiarbeit. Vor dem Hintergrund dass sich Menschen, die Anzeige gegen Nazis erstattet hatten, selbst als Angeklagte vor Gericht wieder fanden, kein Vorwurf der wirklich verwundert.
Die rechte Bremer Hooliganband "Kategorie C - Hungrige Wölfe" spielt unter dem Namen "H.E.R.M." in der Delmenhorster Kneipe "Die Szene". Unter den Gästen befinden sich einige Nazi-Hooligans der "Standarte Bremen" und etliche Nazis aus Delmenhorst. Im Laufe des Abends verletzt eine größere Gruppe von Konzertgästen mehrere vorbeilaufende alternative Jugendliche mit Baseballschlägern und Flaschen teilweise schwer. Die Kneipe dient schon seit längerem regionalen Nazis und Nazi-Hooligans als Treffpunkt, ihr Besitzer Peter Piskalla wird den Hells-Angels-nahen "Red Devils" zugerechnet.
Die Delmenhorster Polizei, schon im Vorfeld des Konzertes völlig ahnungslos, weiß auch am Tag danach noch nicht viel von dem Vorfall in ihrer ach so naziproblem-armen Stadt. Man hat wie gewohnt wenig bis nichts gesehen, gehört und auch ansonsten kaum Sachkenntnis zu irgendwas. Der niedersächsische Verfassungsschutz wusste eigenen Angaben zufolge zwar im Vorfeld vom Konzert, legte die Info aber wohl in der Ablage "Priorität niedrig" ab.
Einen ausführlichen Bericht über das Konzert und den rechten Beinahe-Mord gibt es bei der Antifa Delmenhorst, auch die taz berichtete.
Deutlich unter 88 Nazis (nämlich ganze 76) marschieren durch Bielefeld, darunter auch einige Ver(w)irrte aus dem Bremer Raum wie Markus Walter (Verden), Sven Röben (Oldenburg) und Tobias Glombitza (Oyten), Walter bringt auch gleich den Nazi-Lautsprecherwagen von der NPD Verden mit. Mittendrin statt nur dabei auch die selbsternannte "Rotlichtgröße" Matthias Schultz von der NPD Verden.
Rund 6500 Menschen stellen sich den Nazis in den Weg.
Nazi-Einladung
Die Naziband "Bunker 16" aus dem Bremer Umland spielt auf einem "Blood and Honour"-Konzert in Ungarn.
Bereits am 12. November 2011 fand in Geheege/Sachsen eine größeres Nazikonzert mit etwa 1000 TeilnehmerInnen statt. Unter dem Motto "Freiheit für Erich Priebke" (ehemaliger Hauptsturmführer der Waffen-SS) spielten in der Nazi-Gaststätte "Zur Deutschen Eiche" neben "Bunker 16" auch "Words of Anger" und "Die Lunikoff-Verschwörung".
Die Priebke-Kampagne wird maßgeblich vom Bremer Nazi Henrik "Ossi" Ostendorf betrieben, der selber aktives Mitglied der in Deutschland verbotenen "Blood & Honour"-Organisation war.
Wenige Monate nach mehreren gescheiterten "Anquatschversuchen" durch den Verfassungsschutz im Sommer 2011 (wir berichteten) kam es im Dezember erneut zu einem solchen Vorfall. Der Ermittlungsausschuss Bremen informiert in einem Text über die aktuellen Geschehnisse. Bitte wendet euch bei weiteren deartigen Belästigungen auch in Zukunft an vertrauenswürdige Menschen in eurem Umfeld und den EA! (Kontaktdaten im verlinkten Artikel oben)